Katrin Müller-Hohenstein ist das dienstälteste Gesicht des deutschen Sportfernsehens: Seit ihrem Debüt im Januar 2006 moderiert die gebürtige Erlangerin ununterbrochen das ZDF-Traditionsformat „das aktuelle sportstudio“ und hat dabei mehr als 200 Ausgaben, neun Fußball-Welt- und Europameisterschaften sowie sechs Olympische Spiele begleitet. Vor dem Wechsel ins Fernsehen prägte sie zwei Jahrzehnte lang den bayerischen Hörfunk und brachte es dort auf über 4000 Radiosendungen. Wer heute nach der Frau hinter dem Sportstudio-Pult fragt, bekommt damit eine Antwort, die weit über eine klassische Moderatorinnen-Vita hinausgeht.
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Katrin Müller-Hohenstein: Die wichtigsten Stationen im Überblick
Bevor der Blick ins Detail geht, lohnt sich eine kompakte Einordnung der Laufbahn. Die folgende Übersicht fasst die zentralen Wegmarken zusammen, von der Kindheit in Franken bis zu den Großereignissen der laufenden Saison.
| Zeitraum | Station |
|---|---|
| 1965 | Geboren am 2. August in Erlangen |
| 1984 | Abitur, anschließend USA-Aufenthalt in Orlando und New York |
| 1986–1987 | Studium der Theaterwissenschaften in Erlangen-Nürnberg, ohne Abschluss |
| 1988–1992 | Volontariat und Moderation bei Radio Gong 97,1 in Nürnberg |
| 1992–2007 | Redakteurin und Moderatorin bei Antenne Bayern in München |
| seit 2006 | Moderatorin von „das aktuelle sportstudio“ im ZDF |
| 2009–2012 | Länderspiel-Kommentare an der Seite von Oliver Kahn, Studiomoderation WM 2010 und EM 2012 |
| 2021–2024 | Moderation „sportstudio live“ im Wechsel mit Jochen Beyer, parallel Rückkehr zum Radio |
| 2024–2026 | EURO 2024, Olympia Paris, Olympia Mailand/Cortina d’Ampezzo und FIFA-WM 2026 |
Herkunft aus einer Professoren- und Sportlerfamilie
Den Doppelnamen trugen schon ihre Eltern. Vater Klaus Müller-Hohenstein war Sportlehrer und lehrte später als Universitätsprofessor für Biogeografie in Bayreuth, Mutter Ulrike sorgte für den familiären Rückhalt in Spardorf bei Erlangen. Bruder Philip schlug einen völlig anderen Weg ein und wurde Musiker – ein Kontrast, der in Interviews immer wieder als Beleg für die Vielseitigkeit des Elternhauses auftaucht.
Diese Mischung aus Sportaffinität und akademischem Anspruch lässt sich rückblickend als früher Nährboden für die spätere Karriere lesen, auch wenn der Weg dorthin alles andere als geradlinig verlief. Nach dem Abitur 1984 zog es die junge Frankin zunächst in die USA, wo sie zwei Jahre zwischen Orlando und New York verbrachte, bevor sie an der Friedrich-Alexander-Universität Theaterwissenschaften belegte.
Zwischen Hörsaal und Hörfunk: Der Sprung ins Radio
Das Studium brach sie nach etwa einem Jahr ab. Ein Praktikum beim Nürnberger Sender Radio Starlet 1987 öffnete die Tür zum Broadcast-Geschäft, ein Jahr später folgte der feste Einstieg bei Radio Gong 97,1. Dort durchlief sie klassische Redaktionsstationen: Volontariat, Redakteurin, später Leitung der Wortabteilung und eigene Moderationen.
1992 wechselte sie zu Antenne Bayern nach München, wo sie fünfzehn Jahre blieb und sich zu einer der bekanntesten Radiostimmen des Freistaats entwickelte. In diesen zwei Dekaden sammelte sie über 4000 Radiosendungen, bevor der Fernsehdurchbruch kam – ein Umstand, den sie selbst als reinen Zufall beschreibt, weit entfernt von jeder geplanten Karriereleiter.
Der Wechsel ins ZDF-Sportstudio: Direkt in die erste Reihe
Als Nachfolgerin von Rudi Cerne gab sie im Januar 2006 ihr Debüt als Moderatorin von „das aktuelle sportstudio“ – ohne jegliche Fernseherfahrung. Dass ihr die Redaktion ausgerechnet dieses Traditionsformat sofort anvertraute, gilt in der Branche bis heute als ungewöhnlicher Vertrauensbeweis. Parallel lief ihr Engagement bei Antenne Bayern noch bis 2007 weiter, ehe sie kurzzeitig zu Bayern 1 wechselte.
Seit 2007 moderiert sie zudem gemeinsam mit Rudi Cerne die jährliche Gala „Sportler des Jahres“ und übernahm damit früh eine zweite feste Rolle im ZDF-Programm.
Die Kahn-Jahre und die großen Fußballturniere
Von September 2009 bis 2012 begleitete sie gemeinsam mit Oliver Kahn die Länderspiele der Nationalmannschaft im ZDF und war Studiomoderatorin bei der Fußball-WM 2010 in Südafrika sowie der EM 2012 in Polen und der Ukraine. 2012 übernahm sie zusammen mit Christian Keller zusätzlich die Schwimmwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele in London – ein Genrewechsel, der ihre Vielseitigkeit jenseits des runden Leders unterstrich.
Von Pyeongchang bis Mailand: Die Olympia- und WM-Bilanz wächst weiter
Die Großereignisse rissen danach nicht ab. Bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang und der Fußball-WM in Russland war sie erneut für das ZDF im Einsatz. Nach einer kürzeren Pause übernahm sie bei der EM 2021 im Wechsel mit Jochen Beyer wieder die Moderation von „sportstudio live“. Die EURO 2024 und die Olympischen Spiele in Paris folgten ebenso wie aktuell die Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo sowie die Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026.
Rückkehr zum Radio: Sonntagsfrühstück und neue Formate
Das Mikrofon aus den Radiojahren legte sie nie ganz zur Seite. Seit 2021 präsentierte sie bei Antenne Bayern erneut den wöchentlichen Talk „Sonntagsfrühstück“, in dem Gäste aus Film, Politik, Sport und Social Media zusammenkommen. Seit 2026 ist sie zudem beim Sender Absolut Oldie Classics zu hören – ein Zeichen dafür, dass die Radioleidenschaft parallel zur TV-Karriere weiterlebt, statt bloßer Rückblick zu bleiben.
Auszeichnungen: Wie die Branche ihre Arbeit würdigt
Die Fachwelt honorierte diesen Werdegang mehrfach. 2008 erhielt sie den Bayerischen Sportpreis für die „herausragende Präsentation des Sports“, gefolgt von drei Nominierungen für den Deutschen Fernsehpreis in den Jahren 2008, 2010 und 2018. 2012 kam die Goldene Kamera in der Kategorie „Beste Information, beste Sportmoderation“ dazu.
2021 wählte sie die Branche zur Sportjournalistin des Jahres, ein Jahr später folgte der Bayerische Verdienstorden – eine der höchsten zivilen Auszeichnungen des Freistaats. Nebenbei sammelte sie skurrile Nebenerfolge: Platz eins beim RTL-„Deutschtest“ 2006, Siege bei den SAT.1-„Winterspielen der Stars“ 2011 und der ZDF-„Promi Küchenschlacht“ 2016 runden das Bild einer Moderatorin ab, die auch außerhalb des Sportstudios gerne den Wettkampf sucht.
Privatleben: Ehe, Sohn und die Kunst der Diskretion
Privat war sie mit dem ebenfalls als Moderator bekannten Stefan Parrisius verheiratet, aus der inzwischen geschiedenen Ehe stammt ein gemeinsamer Sohn. Über ihr persönliches Umfeld spricht die 1,76 Meter große Frankin selten ausführlich, in einem Interview zum 60. Geburtstag räumte sie augenzwinkernd ein, dass sich „keiner der Männer“ in ihrem Leben je besonders für Fußball interessiert habe.
Abseits der Kamera hält sie sich außerdem mit Judo fit und trägt den braunen Gürtel – ein Detail, das zu einer Karriere passt, die von Anfang an auf Ausdauer statt schnellen Erfolg gesetzt hat. Am 2. August 2025 feierte sie ihren 60. Geburtstag, mittlerweile im 19. Jahr als Gesicht des „aktuellen sportstudios“ und ohne erkennbare Ambitionen, das Mikrofon bald abzugeben.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Seit wann moderiert Katrin Müller-Hohenstein das ZDF-Sportstudio?
Seit Januar 2006, als Nachfolgerin von Rudi Cerne. Sie stieg damit ohne vorherige Fernseherfahrung direkt in eines der bekanntesten Sportformate Deutschlands ein.
Welche Großereignisse hat Katrin Müller-Hohenstein bereits moderiert?
Dazu zählen unter anderem die Fußball-Weltmeisterschaften 2010 und 2018, mehrere Europameisterschaften, die Olympischen Sommerspiele 2012 in London sowie Winterspiele wie Pyeongchang 2018 und Mailand/Cortina d’Ampezzo 2026.
War Katrin Müller-Hohenstein vor dem Fernsehen im Radio tätig?
Ja. Zwischen 1988 und 2008 arbeitete sie unter anderem für Radio Gong 97,1, Antenne Bayern und Bayern 1 und moderierte über 4000 Radiosendungen.
Ist Katrin Müller-Hohenstein verheiratet und hat sie Kinder?
Sie war mit dem Moderator Stefan Parrisius verheiratet, die Ehe wurde geschieden. Aus der Verbindung stammt ein gemeinsamer Sohn.
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