Table of Contents
Motsi Mabuse: Die Frau, die den europäischen Tanzsport neu definiert hat
Motsi Mabuse zählt zu den einflussreichsten Tanzpersönlichkeiten Europas. Die am 11. März 1981 in Johannesburg geborene Tänzerin, TV-Jurorin und Entertainerin hat sich von den Wettkampfparketts Südafrikas bis in die Jurylogen von „Let’s Dance“ und „Strictly Come Dancing“ vorgearbeitet – und dabei eine Strahlkraft entwickelt, die weit über den Tanzsport hinausreicht.
Wer ist Motsi Mabuse – Herkunft und Anfänge
Mit bürgerlichem Namen Motlhatswi Mabuse, international bekannt als Motsi, wuchs sie in Johannesburg in einer künstlerisch geprägten Familie auf. Ihre Leidenschaft für den Tanz entwickelte sich früh und war nie bloße Freizeitbeschäftigung – sie war Berufung. Ihre jüngere Schwester Oti Mabuse sollte später denselben Weg einschlagen und ebenfalls als professionelle Tänzerin internationale Bekanntheit erlangen.
Den Grundstein für ihre Profikarriere legte sie in Südafrika. Dann kam der Schritt, der ihr Leben grundlegend verändern sollte: der Umzug nach Deutschland.
Von Johannesburg nach Deutschland – Weltmeisterin auf dem Wettkampfparkett
Deutschland wurde Motsi Mabuses zweite Heimat und die eigentliche Bühne ihrer Karriere. Als Amateurweltmeisterin im lateinamerikanischen Paartanz gewann sie mehrfach renommierte Turniere, darunter die Deutsche Meisterschaft, und etablierte sich als eine der besten Lateintänzerinnen ihrer Generation in Europa.
Dieser Hintergrund ist entscheidend für das Verständnis ihrer späteren Jurortätigkeit: Ihre Urteile sind keine moderierten Meinungen, sondern das direkte Resultat jahrzehntelanger Wettkampferfahrung auf höchstem Niveau.
Parallel zu den Turniererfolgen öffnete sich das Fernsehen. Ab 2007 stand sie als professionelle Tänzerin bei der RTL-Erfolgsshow „Let’s Dance“ auf dem Parkett – der deutschen Adaption des BBC-Originals. Über mehrere Jahre brachte sie Promis ohne Tanzerfahrung durch die Saisons, lehrte sie Cha-Cha-Cha und Quickstep und bewies dabei eine Geduld, die bei der kühlen Professionalität mancher ihrer Kollegen fehl am Platz war.
Let’s Dance: Der Sprung vom Profi zur Jurorin
Der Wechsel in den Jurystand kam 2019 und war mehr als ein formaler Schritt in der Karriere. Er markierte den Beginn eines neuen Lebensabschnitts – eines, in dem Motsi Mabuse ihre eigene Stimme voll entfalten konnte.
| Phase | Rolle | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| 2007–2018 | Profitänzerin bei Let’s Dance | Promis trainieren und anleiten |
| ab 2019 | Jurorin bei Let’s Dance | Bewertung neben Joachim Llambi |
| ab 2019 | Jurorin bei Strictly Come Dancing | BBC-Primetime, internationale Bühne |
Als Jurymitglied bei Let’s Dance tritt sie seither neben dem notorisch strengen Joachim Llambi auf – und bildet damit oft den emotionalen Gegenpol, ohne dabei in die Falle der bloßen Nettigkeit zu tappen.
Motsi Mabuse bei Strictly Come Dancing – der britische Durchbruch
2019 holte die BBC Motsi Mabuse als neue Jurorin ins britische Original. Sie übernahm den Platz von Ballerina Darcey Bussell, die nach der Staffel 2018 aus der Jury ausgestiegen war. Das britische Publikum – bekannt für seine tief empfundene Bindung an Strictly – beäugte die Neue zunächst mit Skepsis. Diese Skepsis hielt nicht lange.
Was folgte, war ein rascher Triumph. Den Zuschauern wurde schnell klar, dass Motsi nicht einfach eine Ersetzung war. Ihre Mischung aus fundierter Tanzanalyse, echten Emotionen und einer Wärme, die durch den Bildschirm strahlt, machte sie in kürzester Zeit zur Publikumslieblingin.
Was Motsi Mabuse als Jurorin auszeichnet:
- Fachliche Tiefe: Jahrzehnte auf dem Wettkampfparkett geben ihren Wertungen echte Substanz. Sie weiß genau, was ein sauber getanzter Jive von einem unsicheren unterscheidet – und erklärt das auch.
- Emotionale Authentizität: Sie weint, jubelt, kritisiert – und das alles ohne kalkulierten Effekt. Das Publikum spürt den Unterschied.
- Empathie ohne Weichspülung: Gerade Prominenten ohne jede Tanzerfahrung gibt sie Mut, ohne technische Fehler zu verschweigen. Dieses Gleichgewicht ist in der Showjurywelt selten.
Kontroversen und klare Kante
Wer glaubt, Motsi Mabuse sei schlicht die freundliche Jurorin, unterschätzt sie erheblich. Bei Strictly Come Dancing zeigte sie mehrfach, dass sie bereit ist, klare Positionen einzunehmen – gegenüber Mitjuroren, gegenüber Produktionsentscheidungen und in der öffentlichen Debatte über das Format.
Im Herbst 2020, mitten in der Pandemie, musste sie das Studio kurzfristig verlassen, nachdem ein Familienmitglied positiv auf COVID-19 getestet worden war. Sie fehlte nur kurz. Das Publikum empfing sie bei ihrer Rückkehr mit einer Herzlichkeit, die zeigte, wie sehr sie in der kurzen Zeit Teil der Show geworden war.
Privatleben: Evgenij, Everdeen und die Balance zwischen Bühne und Zuhause
Motsi Mabuse ist seit 2017 mit dem ukrainischen Tänzer Evgenij Voznyuk verheiratet. Das Paar lernte sich durch den gemeinsamen Weg im professionellen Tanzsport kennen – eine Verbindung, die auf gegenseitigem Verständnis für den Leistungsdruck in diesem Berufsfeld basiert.
2019 kam ihre gemeinsame Tochter Everdeen zur Welt. Der Name sorgte für Aufmerksamkeit – er lehnt sich an die literarische Figur Katniss Everdeen aus der „Hunger Games“-Reihe an. Über ihre Tochter spricht die Tänzerin gerne und offen, zieht dabei aber eine klare Grenze, was die Privatsphäre des Kindes betrifft.
Zuvor war sie mit dem deutschen Tänzer Timo Kulczak verheiratet. Diese Ehe scheiterte, doch beide blieben professionell verbunden.
Gesellschaftliche Wirkung: Sichtbarkeit ohne Manifest
Motsi Mabuse hat in Deutschland wie in Großbritannien eine Rolle inne, die über Tanzbewertungen weit hinausgeht. Als schwarze Frau in einem Showbusiness, das traditionell von weißen Gesichtern geprägt wurde, hat sie Sichtbarkeit geschaffen – ohne den Aktivismus zur eigentlichen Botschaft zu machen. Ihr Auftreten, ihre Haltung und ihr Erfolg sprechen für sich.
Sie setzt sich für Diversität im Tanzsport ein, einem Bereich, der in seiner Geschichte wenig divers aufgestellt war. In Gesprächen und Interviews hebt sie den universellen Charakter des Tanzes hervor: Er kennt keine Hautfarbe, keine Herkunft, kein Geschlecht.
Ihr Stil ist dabei selbst Aussage. Bei Strictly Come Dancing trägt sie regelmäßig Roben, die Gesprächsstoff erzeugen – gewagt, bunt, selbstbewusst. Das ist kein Zufall, das ist Programm.
Motsi Mabuse als Marke: Medien, Reichweite und Zukunft
Neben ihrer Jurytätigkeit hat sie ihre mediale Präsenz stetig ausgebaut. Werbepartnerschaften, Auftritte als Rednerin und Kooperationen mit Unterhaltungsformaten zeigen, dass der Name Motsi Mabuse längst zur eigenständigen Marke geworden ist.
Auf Instagram erreicht sie Millionen Follower. Ihre Posts verbinden Berufliches mit persönlichen Einblicken auf eine Weise, die nicht übergriffig wirkt – ein Kunststück, das viele Prominente nicht beherrschen. Sie gibt genug preis, um nahbar zu sein, und hält genug zurück, um authentisch zu bleiben.
Die Frage, was als Nächstes kommt, stellt sich bei ihr kaum. Wer ihren Karriereverlauf betrachtet – von Johannesburg über die deutschen Turnierböden bis in die britische Primetime – weiß: Motsi Mabuse hört nicht auf, sich neu zu erfinden.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Woher kommt Motsi Mabuse ursprünglich?
Motsi Mabuse wurde am 11. März 1981 in Johannesburg, Südafrika, geboren. Ihr bürgerlicher Name lautet Motlhatswi Mabuse. Nach ihrer tänzerischen Ausbildung zog sie nach Deutschland, wo sie ihre Karriere als Wettkampftänzerin und später als TV-Persönlichkeit aufbaute.
Ist Motsi Mabuse mit Oti Mabuse verwandt?
Ja, Oti Mabuse ist Motsis jüngere Schwester. Beide haben erfolgreiche Karrieren im europäischen Fernsehen gemacht. Während Motsi als Jurorin bei Let’s Dance und Strictly Come Dancing bekannt wurde, sammelte Oti zunächst als professionelle Tänzerin bei Strictly Punkte und wechselte später selbst in eine Jurorfunktion bei britischen Tanzformaten.
Seit wann sitzt Motsi Mabuse in der Strictly-Jury?
Seit der Staffel 2019 ist sie festes Mitglied der Jury bei „Strictly Come Dancing“ auf BBC One. Sie übernahm den Platz der Ballerina Darcey Bussell und hat sich in den folgenden Jahren als unverzichtbarer Teil des Formats etabliert.
Hat Motsi Mabuse Kinder?
Ja. Gemeinsam mit ihrem Mann Evgenij Voznyuk hat Motsi Mabuse eine Tochter namens Everdeen, die 2019 zur Welt kam. Der Name ist von der Romanfigur Katniss Everdeen aus der Dystopie-Reihe „Hunger Games“ inspiriert.
Mehr lesen: Franjo Pooth









